Wie in den letzten Newslettern bereits angekündigt, wurde die Kathina-Feier am 25.10.08 im Kloster Muttodaya wie zu Zeiten des Buddha durchgeführt. Die Mitglieder der Ordensgemeinschaft stützten sich bei der Planung und Durchführung auf die Ergebnisse ihrer Vinaya-Studien und -diskussionen, die sie während der zurückliegenden Regenklausur täglich für eine Stunde lang betrieben hatten.
Die Schirmherren, Herbert und Maliwan Simon, hatten einen handgewebten Stoff für die Kathina-Spende ausgesucht. Herbert referierte ein paar Minuten über die Entstehungsgeschichte und Hintergründe der Kathina-Zeremonie, denn diese Dinge sind bei den meisten deutschen Buddhisten noch nicht und bei den meisten thailändischen Buddhisten nicht mehr bekannt.
Nachdem die Laiengemeinde ihre Absicht kund getan hatte, den Stoff zu spenden und ihren Wunsch ausgedrückt hatte (auf Pali, Thai und Deutsch!), die Ordensgemeinschaft möge damit die Kathina ausbreiten, wurde der Stoff an die Mönche übergeben.
Die Mönche drückten ihre Freude und Anerkennung aus (anumodana) und beratschlagten anschließend, wem der Stoff zu übergeben sei (apalokana). Der Ehrwürdige Gavesako wurde als Empfänger vorgeschlagen, einerseits, weil er sich mit Dhamma und Vinaya auskennt und andererseits, weil er eine neue Robe brauchte.
Mit einer so genannten Sangha-Transaktion (sanghakamma) wurde der Stoff dem Ehrwürdigen Gavesako zugeteilt. Nun hatte er die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass daraus bis zum nächsten Morgen eine Robe werden würde.
Viele weitere Sachspenden wurden an die Mönche und Geldspenden an das Kloster übergeben, worauf die Mönche noch einmal ein anumodana gaben.
Nun war es Zeit für eine Stärkung. Die Mönche gingen auf Reispindapata. Abgehärtete Waldmönche zeigten dabei der spätherbstlichen Witterung die kalte Schulter.
Danach wurden die Speisen auf dem Büffet offeriert. Meist ist es die Aufgabe der ordensjüngeren Mönche, die Speisen zu empfangen.
Nachdem alle Speisen übergeben waren, konnten sich die Ordensmitglieder und der Anagarika (Ordinationsanwärter) in der Reihenfolge der Seniorität am Büffet bedienen. Alle Speisen kamen in die Schale, aus der dann auch gegessen wurde. Das ist täglicher Standard in einem Waldkloster.

Nach der Mahlzeit ging es wieder an die Arbeit. Der erste Schritt bei der Robenherstellung war das Messen und Anzeichnen. Danach wurde der Stoff geschnitten.
Dann surrten zwei Nähmaschinen gleichzeitig. Alle Mönche halfen mit, die Robe zu nähen.
Als die großen Stücke, die sogenannten Khandas, fertig waren, mussten sie zu einem Ganzen zusammen gefügt werden.
Der letzte Schritt beim Nähen war das Aufsetzen der Randverstärkung (anuvata). Nach vier Stunden Nähen wurde die Robe gefärbt.
Um 19 Uhr war es so weit. In einer feierlichen Zeremonie gab der Ehrwürdige Gavesako seine alte untere Robe (Pali: antaravasaka, Thai: sabong) auf, markierte die neue Robe (bindukappa) und bestimmte sie als seine neue untere Robe (aditthana). Anschließend breitete er mit der Robe die Kathina aus, das heißt, er eröffnete formell die Saison der Robenherstellung, gemäß den Regeln des Vinaya, wie sie vom Buddha erlassen wurden. Die anderen Mönche drückten ihre Anerkennung aus. Ein Dhammavortrag beschloss den Abend.
Leider musste der Ehrwürdige Gavesako bis zum nächsten Morgen warten, bevor er seine neue Robe anziehen konnte, weil sie nach dem Färben erst noch ganz trocknen musste. Und das dauert im spätherbstlichen Frankenwald eben etwas länger als in Thailand.















#1 by mettiko on 1. November 2008 - 07:51
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ok, bin überzeugt. gut auch, dass es ein archiv mit den alten programmen gibt.